Deutsche Meisterschaft

- Freie Presse -
(29. August 2009)
 
Zum Genießen auf die Olympia-Anlage
Schießen: Der Oelsnitzer Aron Fläschendräger nimmt heute bei München an den Deutschen Meisterschaften mit der Großkaliber-Pistole teil

 
OELSNITZ - Für den Oelsnitzer Schützen Aron Fläschendräger geht heute ein Traum in Erfüllung. Der 23-jährige darf als erster Vogtländer bei einer Deutschen Meisterschaft im Schießen mit Großkaliber-Waffen antreten. Mit der so genannten Gebrauchspistole .45 ACP vertritt er als Mitglied der kürzlich gegründeten 1. Bürgerlichen Schützengilde zu Oelsnitz und als einer von nur drei Sachsen in Garching-Hochbrück bei München seine Heimatstadt und das Vogtland.
Allerdings geht der amtierende dreifache Kreismeister, der sich im Juni mit persönlicher Bestleistung von 384 Ringen bei den sächsischen Titelkämpfen in Dresden für das Bundesfinale qualifizierte, als krasser Außenseiter ins Rennen. "Ich will da einfach nur mal reinschnuppern und die ganze Sache so richtig genießen", gesteht der Oelsnitzer, der jeglichen Erwartungsdruck abstreift: "Ich werde auf alle Fälle mein Bestes geben, rechne mir sportlich jedoch in Sachen Meisterschaft absolut nichts aus. Allein die Tatsache, dass ich mich qualifizieren konnte, ist als riesiger Erfolg zu werten. Um tatsächlich etwas zu erreichen, müssten schon viele positive Faktoren zusammenpassen: Eine sehr gute  Tagesform, ein Umfeld, mit dem man gut klar kommt, die richtigen Lichtverhältnisse und vor allem die eigenen Nerven müssen mitspielen."
Zudem werde bei einer Deutschen Meisterschaft jeder Fehler sofort bestraft: "Jeder Ring mehr oder weniger zählt unheimlich viel. Ein Ring Differenz bedeutet rund zehn Plätze rauf oder runter." Daher stehen für den Oelsnitzer andere Dinge im Vordergrund: Kontakte knüpfen, Erfahrungen auf höchsten Niveau sammeln "und vielleicht die Quali-Norm von 380 Ringen für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften zu erreichen."
Auch der Austragungsort stellt für einen begeisterten Schützen wie Fläschendräger etwas ganz Besonderes dar. Denn auf der Anlage am Rande Münchens wurden bei den Olympischen Spielen 1972 die Schießwettbewerbe ausgetragen. "Daher ist es ein tolles Gefühl und eine Ehre, dort überhaupt einmal bei einem offiziellen Wettkampf schießen zu dürfen", erklärt der Oelsnitzer. "Bei dem Gedanken, namentlich vor allen Profi-Sportlern und Zuschauern am Schießstand erwähnt zu werden, bekomme ich jetzt schon eine Gänsehaut."
Mit rund 80 Konkurrenten hat sich Fläschendräger in seiner Kategorie auseinanderzusetzen. "Das sind fast alles Profies, die jede Woche mehrmals trainieren oder sogar trainiert werden und zum Teil dem Nationalkader angehören. Die schießen mit handgefertigten Sportwaffen, von denen die einfachste um die 3000 Euro kostet, und mit exakt auf diese Waffen abgestimmter Munition. Das sind Möglichkeiten, von denen wir normalen Schützen kaum zu träumen wagen." 40 Schüsse auf 25 Meter Entfernung muss der gelernte Krankenpfleger mit seiner Waffe Marke Briley so genau wie möglich ins Ziel bringen.
Ein vorheriges Training, um sich zumindest ein wenig an die unbekannte Sportstätte zu gewöhnen, hat sich Fläschendräger auf Grund des viel zu großen Aufwandes gespart. "Es wäre schon möglich gewesen, im Vorfeld einmal auf der Anlage zu trainieren. Doch das lohnt sich allein wegen der langen Anfahrt einfach nicht", erklärt der Sportler, der erst seit drei Jahren intensives Schießtraining betreibt. Zusätzliche Vorbereitungen wie Armkrafttraining oder diverse Trockenübungen waren aber im Vorfeld an der Tagesordnung. Ob dies zu einem Achtungserfolg reicht? (tgf)
 
 
- Vogtland Anzeiger -
(20. Oktober 2009)
 
"Ich war noch nie so aufgeregt"
Sportschütze Aron Fläschendräger: Start bei Deutschen Meisterschaften in München

 
OELSNITZ - Für Aron Fläschendräger aus Oelsnitz ging in diesem Jahr ein Traum in Erfüllung. Er startete auf der Münchener Olympiaanlage von 1972 zur Deutschen Meisterschaft. Qualifiziert hatte er sich über die Sächsische Landesmeisterschaft in Dresden, wo er mit persönlicher Bestleistung von 384 Ringen mit der Gebrauchspistole aufhorchen ließ. Somit war er der 1. Vogtländer seit Wiedergründung 1990, der in den Großkaliber-Disziplinen derart punktete, dass er nach München-Hochbrück fahren durfte. Kaum zu glauben, dass ein solches Resultat nach nur 3 Jahren intensiven Schießtrainings zustande kam.
Gemeinsam mit einer Übermacht an Profisportlern am Schießstand stehen zu dürfen und dort namentlich vor einer Zuschauermenge erwähnt zu werden, erzeugte bei ihm ein "Gänsehaut-Gefühl". Wie es in der bayrischen Landeshauptstadt war? "Fast wie ein großer Jahrmarkt", meint Aron Fläschendräger. Mehr als 3000 Leute, Sportschützen mit Trainern, Funktionären bis hin zu Verkäufern waren zugegen: "Wirklich atemberaubend.". Unfassbar war für ihn die Größe der modernen Anlagen, wo er sich sogar zwei Mal verlaufen hat. Nur zum Vergleich: er trainiert an Schießständen, wo vier Schützen gleichzeitig agieren, in München waren es 40! Im Großkaliber-Bereich war der 23-jährige Oelsnitzer der jüngste Teilnehmer. "Ich war noch nie so aufgeregt", lautet sein Resümee nach dem Wettkampf. Obwohl er erstmalig dabei war und zum Genießen und Erfahrung sammeln kam, setzte er sich selbst so unter Druck, dass nach dem guten Präzisionsschießen das "Nervenflattern" beim Schnellfeuer einsetzte. "Ich kam nicht wie gewohnt in meinen Rhythmus", kommentierte er sein Abschneiden mit 370 Ringen. Das bedeute am Ende den 73.Platz von 84 Teilnehmern. Sein kalkuliertes Ziel waren 380 Ringe, die einen 45.Rang bedeutet hätten.
Tipps und Verbesserungsvorschläge holte er sich zur DM in Gesprächen mit Schützen, die im Deutschen Kader sind. Für nächstes Jahr hat er sich vorgenommen, sich abermals für München zu qualifizieren. Der junge Sportschütze ist Mitglied der 1. Bürgerlichen Schützengilde zu Oelsnitz/Vogtl. und wirbt für seine Sportart mit Leistung und Engagement: "Ich finde es bedauerlich, dass unsere Sportart in der Öffentlichkeit in so ein schlechtes Licht gerückt wird, da gerade wir Sportschützen am meisten unter den Waffengesetzänderungen leiden und nicht diejenigen, die diese verursachen." (P.A.)
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